Archiv für November 2007|Monatliche Archivseite

gefühlte Gegenwwart

“ Komm morgen wieder Wirklichkeit ! Für heute heute reicht es , Leute !“

Fernando Pessoa, Wenn das Herz denken könnte…

Flucht

Wir flüchten immer dann vor unseren Feinden, wenn wir keine Aussicht auf Erfolg im Kampf gegeneinander sehen. Entweder der andere ist stärker oder man selbst zu schwach um zu gewinnen. Im realen leben gibt es solche Situationen recht selten, wir flüchten oft vor nicht tastbaren Dingen, einer Situation, einem Gedanken an etwas bestimmtes oder dem ganzen Leben an sich. Es gibt viele Möglichkeiten der Flucht, die einen rennen und rennen, ohne einen einzigen Blick nach hinten zu wagen um zu sehen ob sie überhaupt noch verfolgt werden, sie rennen unerlässlich weiter, bis ihnen die Puste ausgeht. Andere laufen nicht sehr weit und verstecken sich lieber bei der erstbesten Gelegenheit, kauern sich zusammen, versuchen nicht hinzuschauen, glauben das wenn man nicht hinblickt man selbst nicht gesehen und gefunden wird, so wie viele Kinder es tun wenn sie Angst bekommen. Der letzte Typus des flüchtenden Menschens ist der, der zunächst versucht zu entkommen, zu Beginn noch vom Gedanken der Flucht komplett eingenommen aber später immer mehr am Unterfangen des Wegrennens zweifelnd. Plötzlich dreht er sich um, stellt sich dem Verfolger mit rasendem Puls, zitternder Hand und merkt das es nur sein eigener Schatten war.

rausgehört

„…I can’t confront you
I never could do
That which might hurt you
Just try and be cool
And I say – this way is a waterslide away from me
That takes you further every day (day)
So be cool

Say it ain’t so
Your drug is a heartbreaker
Say it ain’t so,
My love is a lifetaker…“

Weezer – Say It Ain’t So

gefunden

„Die Welt gehört demjenigen, der nicht fühlt. Die wesentliche Vorbedingung, um ein praktischer Mensch zu sein, ist dieser Mangel… Wenn der Mensch wirklich fühlen würde, gäbe es keine Zivilisation. Die Kunst dient als Flucht für die Sensibilität, die das Handeln vergessen mußte. „

Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe.

rausgehört

„…hey you don’t know what i know
i don’t know what you want
but you don’t want me to know
so, i don’t mind.
i don’t mind.

you square me out
let me in, coz i’m in doubt
come inside and have a fight
i’m talking shit this time.
manic fools within you
follow me
but i can’t find places where the fuck to go.
you don’t know what i know
and i don’t know what you want
but you don’t want me to know
so, i don’t mind.
i don’t mind….“

bmdruck-kopie.jpg

Blackmail – Couldn’t Care Less

Feigheit

Sie ist eine natürliche Empfindung bzw. Reaktion die uns das Überleben sichern soll, ein Instinkt wenn man es so sagen will. Sie kann uns daran hindern wagemutige Dinge zu tun, stoppt uns wenn wir vielleicht etwas blödsinniges oder gefährliches unternehmen wollen. Jedoch lässt sie sich auch nicht einfach abschalten, das ist vor allem dann sehr hinderlich wir sie nicht mehr benötigen. In Lebenslagen in denen die Feigheit uns daran hindert etwas auszusprechen, zu handeln oder über den eigenen Schatten zu springen. Es gibt Möglichkeiten sie zu dämpfen oder auszutricksen, sich Mut antrinken oder so schnell zu handeln damit sie nicht mehr zum Zuge kommen kann, schneller sein als die eigenen Gedanken. Doch in den meisten Situationen ist sie unumgehbar, wie eine große Mauer aus Stahlbeton und Nato-Stacheldraht türmt sie sich vor uns auf und man bekommt nie zu Gesicht was sich dahinter verbergen könnte.